Nutzungs-, Arbeitsplatz- und Flächenkonzepte frühzeitig entwickeln
Nutzungs-, Arbeitsplatz- und Flächenkonzepte übersetzen die Anforderungen einer Organisation in räumliche und funktionale Strukturen. Im planungs- und baubegleitenden Facility Management bilden sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Gebäude nicht nur architektonisch funktionieren, sondern den tatsächlichen Arbeits-, Kommunikations- und Betriebsprozessen entsprechen.
Ausgangspunkt ist deshalb die Frage, welche Tätigkeiten, Nutzergruppen und Abläufe das Gebäude später unterstützen muss.
Nutzung, Arbeitsplätze und Flächen integriert planen
Für unterschiedliche Bereiche werden Nutzungsprofile entwickelt. Sie beschreiben beispielsweise:
Nutzer- und Beschäftigtenzahlen,
Anwesenheits- und Belegungsmuster,
Arbeits- und Betriebszeiten,
Tätigkeitsarten,
Kommunikations- und Rückzugsbedarfe,
besondere Sicherheitsanforderungen sowie
Anforderungen an Technik, Ausstattung und Services.
Dadurch wird aus einer reinen Flächenvorgabe ein nachvollziehbares Nutzungsmodell.
Funktionsbeziehungen berücksichtigen
Flächen sollten nicht isoliert geplant werden. Entscheidend ist auch, welche Bereiche funktional miteinander verbunden sind.
Häufige Wege zwischen Arbeitsplätzen, Besprechungsräumen, Technik, Lager, Servicebereichen oder Sozialräumen beeinflussen Produktivität und Nutzerkomfort. Gleichzeitig können Sicherheits-, Hygiene- oder Logistikanforderungen eine bewusste räumliche Trennung verlangen.
Funktionsbeziehungen sollten deshalb bereits vor der detaillierten Raumplanung sichtbar gemacht und bewertet werden.
Arbeitsplätze nach Tätigkeiten gestalten
Moderne Arbeitsplatzkonzepte orientieren sich weniger ausschließlich an festen Schreibtischen, sondern stärker an unterschiedlichen Tätigkeiten.
Je nach Organisation können beispielsweise benötigt werden:
Daraus entstehen unterschiedliche Arbeitsplatz- und Raumtypen.
Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis. Zu wenig Differenzierung führt zu Nutzungskonflikten; zu viele Sonderlösungen erhöhen Flächenbedarf, Investitionskosten und späteren Betriebsaufwand.
Belegung realistisch dimensionieren
Flächenkonzepte sollten nicht ausschließlich auf nominellen Beschäftigtenzahlen beruhen.
Urlaub, mobiles Arbeiten, Außentermine, Schichtmodelle und unterschiedliche Anwesenheitsmuster beeinflussen die tatsächliche Belegung. Durch geeignete Annahmen und Szenarien kann der erforderliche Arbeitsplatz- und Flächenbedarf realistischer bestimmt werden.
Dabei muss zugleich ausreichend Reserve für Spitzenbelastungen und organisatorische Veränderungen bestehen.
Betrieb und Veränderbarkeit mitdenken
Arbeitsplatz- und Flächenkonzepte beeinflussen langfristig Reinigung, Möblierung, Medientechnik, Umzüge, Flächenmanagement und Facility Services.
Deshalb sollten bereits während der Planung Standardisierung, Modularität und spätere Anpassbarkeit berücksichtigt werden.
Ziel ist ein Flächenkonzept, das weder möglichst viel noch möglichst wenig Fläche bereitstellt, sondern die benötigten Funktionen mit angemessenem Ressourceneinsatz, guter Nutzerqualität und langfristiger Veränderungsfähigkeit unterstützt.