Stillstandskalender / Deadline-Tracker
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Stillstandskalender / Deadline-Tracker
Der Stillstandskalender / Deadline-Tracker ist ein internes Zuschlagsphasen-Dokument für das Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb für Planungs- und Baubegleitung und dient dazu, nach Versand der Stillstandsinformation den frühestmöglichen rechtlich zulässigen Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu berechnen, zu verifizieren und revisionssicher zu dokumentieren, damit ein Vertrag erst dann geschlossen wird, wenn die maßgebliche Wartefrist vollständig abgelaufen ist; zugleich fungiert das Dokument als Freigabeinstrument, Eskalationsnachweis und Auditspur für interne Entscheidungsträger, ohne bieterbezogene Schreiben, Zuschlagsschreiben, Versandnachweise oder Signaturprotokolle zu ersetzen.
Stillstandskalender im Vergabeprozess strukturiert führen
- Dokumentzweck und Anwendungsbereich
- Eigentümerschaft, Verantwortlichkeiten und Dokumentenlenkung
- Kernstruktur des Deadline-Trackers
- Berechnungs- und Freigabelogik
- Ausnahmebehandlung und Eskalation
- Nachweise und Audit Trail
- Abschlusseintrag
Zweck
Dieses Dokument ist die verbindliche interne Führungs- und Kontrollunterlage für sämtliche Termine, Prüfungen und Freigaben, die vor dem Vertragsschluss im Zusammenhang mit der Stillhaltefrist zu beachten sind. Es dient ausschließlich der internen Release-Control und der revisionssicheren Dokumentation. Es ist weder als Mitteilung an Bieter noch als rechtliche Außenkommunikation zu verwenden.
Anwendungsbereich
Der Tracker gilt für die finale Zuschlagsentscheidung in dem jeweils betroffenen Vergabeverfahren über Planungs- und Baubegleitungsleistungen. Er ist für alle Unternehmen zu führen, an die eine Stillstandsinformation zu versenden ist. Bei Losbildung ist je Los ein separater Tracker zu führen, sofern unterschiedliche Zuschlagszeitpunkte, unterschiedliche Versandzeitpunkte oder unterschiedliche Sperrsachverhalte möglich sind.
Abgrenzung des Dokuments
Der Tracker ersetzt weder die Stillstandsinformation selbst noch den Versandnachweis, das Zuschlagsschreiben, den Vertragsunterzeichnungsvorgang, das Signaturlog der Vergabeplattform oder sonstige vergabe- und vertragsrechtliche Primärdokumente. Er dokumentiert ausschließlich die Fristenlogik, den Prüfstatus, die interne Freigabe, Sperrsachverhalte und die Verweise auf die maßgeblichen Nachweise.
Dokumenteneigner
Dokumenteneigner ist die intern benannte Funktion für Vergabe- bzw. Beschaffungssteuerung [Funktion / Organisationseinheit]. Soweit erforderlich, wird der Dokumenteneigner durch [Rechtsfunktion], [Projektsteuerung] und [Governance-/Compliance-Funktion] unterstützt.
Aktualisierungsverantwortung
Die Erfassung der Versanddaten erfolgt durch [Name / Funktion]. Die Fristenberechnung wird durch [Name / Funktion] validiert. Die finale interne Freigabe zum Vertragsschluss erteilt [Name / Funktion]. Eine verbindliche Vier-Augen-Prüfung ist zwingend. Dieselbe Person darf Versand, Berechnung und Freigabe nicht allein und ohne dokumentierte Gegenkontrolle verantworten.
Versionskontrolle und Status
Jede Änderung am Tracker ist mit Versionsnummer, Datum, Bearbeiter, Prüfvermerk und Kurzbegründung zu dokumentieren. Zulässige Statuskennzeichen sind mindestens: [Entwurf], [in Prüfung], [freigegeben für Vertragsschluss], [gesperrt], [geschlossen / archiviert]. Bei jeder Neuberechnung ist eine neue Version zu erstellen oder der Änderungsverlauf im Dokument nachvollziehbar fortzuschreiben.
| Feld | Eintrag | Feld | Eintrag | Prüfhinweis |
|---|---|---|---|---|
| Dokumentdatum | [TT.MM.JJJJ] | Version | [x.y] | Mit jeder Fristenänderung aktualisieren |
| Bearbeiter | [Name] | Prüfer | [Name] | Vier-Augen-Prinzip dokumentieren |
| Status | [Entwurf / in Prüfung / freigegeben / gesperrt / geschlossen] | Freigabedatum | [TT.MM.JJJJ] | Statuswechsel nur mit Begründung |
| Ablageort | [DMS-Pfad / Vergabeakte / Ordner] | Dokumentenlink | [Hyperlink / Referenz] | Endgültige Fassung in Vergabeakte ablegen |
Kernstruktur des Deadline-Trackers
Der Hauptteil dieses Dokuments ist als kompakte Kontrolltabelle zu führen. Alle Pflichtfelder sind vollständig auszufüllen; leere Felder sind als [offen] zu kennzeichnen. Soweit mehrere Versandzeitpunkte vorliegen, ist die jeweils späteste auslösende Konstellation gesondert zu dokumentieren und mit einer Neuberechnung zu verknüpfen.
| Tracker-Feld | Erforderlicher Inhalt / Zweck | Eintrag / Platzhalter |
|---|---|---|
| Vergabereferenz | Bezeichnung des Vergabeverfahrens, interne Aktennummer, Los-/Paketbezug, Verfahrensstufe. | [Vergabeverfahren] / [Aktenzeichen] / [Los] |
| Leistungsbezug | Bezeichnung des zu vergebenden Leistungsbilds der Planungs- und Baubegleitung. | [Leistungsbild / Paket] |
| Referenz Zuschlagsentscheidung | Verweis auf Endwertung, Rangfolge, Freigabevermerk und zustimmende Entscheidung. | [Vergabevermerk / Wertungsbericht / Beschluss] |
| Vorgesehener Zuschlagsempfänger | Vollständiger rechtlicher Name des Bieters, der den Zuschlag erhalten soll. | [Rechtsname des Bieters] |
| Betroffene Bieter | Vollständige rechtliche Namen aller Bieter, an die die Stillstandsinformation versandt wurde. | [Liste der Bieter] |
| Versandreferenz | Referenz auf die Fassung der Stillstandsinformation sowie den Versandnachweis. | [Dokumenten-ID] / [Versandprotokoll] |
| Versanddatum und Versanduhrzeit | Exakter Zeitstempel des Versands; bei abweichenden Versandzeitpunkten je Bieter gesondert erfassen. | [TT.MM.JJJJ HH:MM] |
| Versandkanal | Dokumentierter Kommunikationsweg, z. B. Vergabeplattform, E-Mail, Fax oder sonstiger nachweisbarer Weg. | [Elektronisch / E-Mail / Plattform / Fax / Sonstiges] |
| Maßgebliche Wartefristengrundlage | Angabe der herangezogenen Rechtsgrundlage und Begründung für die gewählte Frist. | [§ 134 GWB / andere Grundlage] |
| Fristbeginn | Erster Kalendertag, der für die Fristzählung angesetzt wird. | [Auto-Berechnungsfeld] |
| Fristende | Letzter Kalendertag der Wartefrist. | [Auto-Berechnungsfeld] |
| Frühester zulässiger Vertragsschluss | Eindeutige Not-before-Angabe für Unterzeichnung oder Zuschlagsaktivierung. | [Auto-Berechnungsfeld] |
| Sperrsachverhalte | Rüge, Nachprüfungsantrag, Neuversand, Korrektur, Rechtsprüfung, interne Sperre oder sonstiger Blocker. | [Ja / Nein] + [Beschreibung] |
| Interne Freigabe | Name, Funktion, Datum und kurze Freigabeformel der prüfenden und freigebenden Stellen. | [Name / Datum / Freigabevermerk] |
| Tatsächlicher Vertragsschluss | Zeitpunkt der finalen Unterzeichnung bzw. des protokollierten Plattformvorgangs. | [TT.MM.JJJJ HH:MM] |
| Bemerkung / Auditvermerk | Kurzbegründung für Abweichungen, Sonderfälle, Neuberechnungen oder Risikohinweise. | [Bemerkung] |
Auslöser der Berechnung
Die Berechnung beginnt mit der Absendung der Stillstandsinformation. Die interne Zuschlags- oder Vergabeentscheidung allein löst keine Frist aus. Maßgeblich ist der dokumentierte Versandzeitpunkt der Information an die betroffenen Bieter.
Zählregel
Soweit die Wartepflicht nach § 134 GWB einschlägig ist, muss der Tracker den Versandtag und den Versandkanal zwingend erfassen, weil die Wartefrist am Tag nach der Absendung beginnt und grundsätzlich 15 Kalendertage beträgt, sich jedoch auf 10 Kalendertage verkürzt, wenn die Information elektronisch oder per Fax versandt wurde. Der Tracker ist daher so auszugestalten, dass ein geschütztes Berechnungsfeld den frühestzulässigen Vertragsschluss automatisch aus Versanddatum, Versanduhrzeit, Versandkanal und dokumentierter Rechtsgrundlage erzeugt. Abweichungen oder Sonderkonstellationen sind im Feld [Bemerkung / Auditvermerk] zu erläutern.
| Berechnungsschritt | Regel | Eintrag / Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Versand erfassen | Verbindlich ist der nachweisbare Absendungszeitpunkt. | [TT.MM.JJJJ HH:MM] |
| 2. Fristbasis wählen | Bei elektronischem Versand oder Fax: 10 Kalendertage; sonst: 15 Kalendertage. | [10 / 15] |
| 3. Fristbeginn | Der Fristlauf beginnt am Kalendertag nach der Absendung. | [Auto] |
| 4. Fristende | Der letzte Kalendertag der gewählten Wartefrist. | [Auto] |
| 5. Frühester Vertragsschluss | Frühestens ab dem Folgetag nach Fristende; interne Signaturzeit kann zusätzlich restriktiver festgelegt werden. | [Auto] |
| 6. Sperrprüfung | Vor Freigabe ist zu bestätigen, dass kein Blocker vorliegt. | [freigegeben / gesperrt] |
Freigabebedingung
Die Freigabeformel muss mindestens lauten: „Vertragsschluss zulässig ab [Datum / Uhrzeit], sofern kein Sperrsachverhalt eingetreten ist.“ Eine Unterschrift, Plattformfreigabe, Zuschlagsaktivierung oder sonstige Handlung mit vertragsbegründender Wirkung ist bis zur dokumentierten Freigabe ausdrücklich untersagt.
Neuversand oder korrigierte Information
Wird die Stillstandsinformation berichtigt, erneut versandt oder zeitversetzt an einzelne Bieter übermittelt, ist unverzüglich eine Neuberechnung vorzunehmen. Die bisherige Freigabe verliert bis zur abgeschlossenen Neubewertung ihre Wirkung. Die neue Fassung ist mit [Version], [Grund der Änderung] und [neuer Versandreferenz] zu dokumentieren.
Rügen, Nachprüfungsverfahren und sonstige Sperren
Jede formelle Rüge, jeder Nachprüfungsantrag, jede Rechtsprüfung mit Stop-Vermerk, jede interne Weisung zur Aussetzung oder jeder sonstige blockierende Sachverhalt ist im Tracker mit Datum, Quelle, Kurzbeschreibung und Zuständigkeit zu erfassen. Tritt ein solcher Sachverhalt ein, wechselt der Status des Dokuments unverzüglich auf [gesperrt], bis die Aufhebung der Sperre schriftlich bestätigt ist.
Eskalationsweg
Zeigt der Tracker einen fehlerhaften Versand, widersprüchliche Zeitstempel, fehlende Nachweise, unklare Bieterlisten oder das Risiko eines vorzeitigen Vertragsschlusses, sind unverzüglich mindestens [Vergabeverantwortliche Stelle], [Rechtsfunktion] und [zeichnungsberechtigte Freigabestelle] zu informieren. Die Eskalation ist mit Uhrzeit, Ansprechpartner und Maßnahme zu protokollieren.
| Ereignis | Sofortmaßnahme | Zu informieren | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Fehlerhafter oder unbelegter Versand | Status auf [gesperrt] setzen; Versandnachweis anfordern; Rechtsprüfung starten. | [Vergabe] / [Recht] / [Freigabestelle] | [E-Mail / Vermerk / Ticket] |
| Abweichende Versandzeitpunkte | Spätesten relevanten Zeitpunkt identifizieren; Neuberechnung durchführen. | [Vergabe] / [Recht] | [Neuberechnungsvermerk] |
| Rüge oder Nachprüfungsantrag | Sperre aktivieren; Rechtslage klären; keine Signatur. | [Recht] / [Leitung] / [Vergabe] | [Aktennotiz / Eingangsnachweis] |
| Risiko eines vorzeitigen Vertragsschlusses | Unterschriftsstopp; Eskalation an zeichnungsberechtigte Stelle. | [Leitung] / [Recht] / [Vergabe] | [Sperrvermerk] |
Verweis auf Nachweisunterlagen
Im Tracker sind die Referenzen auf die zugrunde liegenden Primärnachweise aufzunehmen, ohne diese vollständig zu wiederholen. Dazu gehören insbesondere: Versandnachweis, Plattformprotokoll, finale Stillstandsinformation, Endwertungs- und Zuschlagsvermerk, etwaige Rechtsprüfungsvermerke, Freigabeentscheidungen und Signatur- bzw. Vertragsschlussprotokolle.
Ablagepflicht
Die finale, freigegebene Fassung des Trackers ist Bestandteil der Vergabeakte. Sie ist so abzulegen, dass Dritte im Rahmen interner Revision, Compliance-Prüfung oder externer Kontrolle nachvollziehen können, dass der Vertrag nicht vor dem zulässigen Zeitpunkt geschlossen wurde.
| Nachweisart | Referenz | Ablageort / Link | Geprüft am | Geprüft von |
|---|---|---|---|---|
| Stillstandsinformation | [Dok.-Nr.] | [DMS-Link] | [TT.MM.JJJJ] | [Name] |
| Versandnachweis / Plattformlog | [Referenz] | [DMS-Link] | [TT.MM.JJJJ] | [Name] |
| Endwertung / Zuschlagsvermerk | [Referenz] | [DMS-Link] | [TT.MM.JJJJ] | [Name] |
| Rechtsprüfung / Sperrvermerk | [Referenz] | [DMS-Link] | [TT.MM.JJJJ] | [Name] |
| Vertragsschlussprotokoll | [Referenz] | [DMS-Link] | [TT.MM.JJJJ] | [Name] |
Endbestätigung
Nach Ablauf der Wartefrist und nach Abschluss der Sperrprüfung ist durch [Name / Funktion] schriftlich zu bestätigen, dass die Stillhaltefrist abgelaufen ist und kein blockierender Sachverhalt dem Vertragsschluss entgegensteht.
Tatsächlicher Abschlussvermerk
Am Dokumentende sind der tatsächliche Zeitpunkt des Vertragsschlusses, die bestätigende Stelle, der Freigabestatus und ein kurzer Abschlussvermerk einzutragen. Der Abschlussvermerk soll zusätzlich festhalten, ob der Vertrag am ersten zulässigen Tag oder zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen wurde und ob zwischen Fristende und Vertragsschluss weitere interne Prüfschritte stattgefunden haben.
| Abschlussfeld | Eintrag / Platzhalter |
|---|---|
| Endbestätigung | Hiermit wird bestätigt, dass die maßgebliche Wartefrist abgelaufen ist und kein Sperrsachverhalt besteht. [Name / Funktion / Datum] |
| Tatsächlicher Vertragsschluss | [TT.MM.JJJJ HH:MM] |
| Bestätigende Stelle | [Name / Funktion] |
| Abschlussnotiz | [Vertrag am ersten zulässigen Tag / später] + [Kurzbegründung] |
| Archivierungsvermerk | [Ablage erfolgt am / durch] |
