BIM2FM-Grundstrategie: Daten für den Betrieb planen
BIM2FM verfolgt das Ziel, die im Bauprojekt erzeugten Informationen so zu strukturieren, dass sie nach Übergabe tatsächlich für das Facility Management nutzbar sind. Entscheidend ist deshalb nicht ein möglichst umfangreiches BIM-Modell, sondern die frühzeitige Festlegung der Daten, Dokumente und Strukturen, die der spätere Betrieb benötigt.
Ausgangspunkt sind konkrete FM-Prozesse und CAFM-Anwendungsfälle.
BIM-Daten konsequent für den Gebäudebetrieb nutzen
Zunächst ist zu klären, wofür Daten später verwendet werden. Typische Anwendungsfälle sind:
Anlagen- und Bestandsmanagement,
Wartung und Instandhaltung,
Prüf- und Betreiberpflichtenmanagement,
Störungsmanagement,
Flächenmanagement,
Energie- und Verbrauchsmanagement sowie
Dokumentations- und Vertragsmanagement.
Aus diesen Anwendungen werden die tatsächlich benötigten Informationen abgeleitet. Dadurch wird vermieden, große Datenmengen zu erzeugen, die im späteren Betrieb keinen Nutzen besitzen.
Informationsanforderungen verbindlich festlegen
Die BIM2FM-Grundstrategie definiert, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt, in welcher Qualität und durch welchen Projektbeteiligten bereitzustellen sind.
Diese Anforderungen sollten frühzeitig in Auftraggeber-Informationsanforderungen, BIM-Abwicklungsplanung, Planerverträge und Ausschreibungsunterlagen einfließen.
Anlagenkennzeichnung als verbindendes Element
Eine durchgängige Anlagenkennzeichnung ist für BIM2FM besonders wichtig. Technische Objekte müssen in Planung, Ausführung, Dokumentation und CAFM eindeutig wiedererkennbar bleiben.
Ein Heizungsventilator sollte beispielsweise nicht im BIM-Modell, in der Revisionsdokumentation und im CAFM-System unter drei voneinander unabhängigen Bezeichnungen geführt werden.
Eine konsistente Kennzeichnungsstruktur reduziert spätere manuelle Zuordnungsarbeit und schafft Informationskontinuität.
Datenqualität während des Projektes prüfen
Die Qualität der Betriebsdaten sollte nicht erst bei der Übergabe kontrolliert werden. Fehlende Attribute, falsche Objektzuordnungen oder unvollständige Dokumente lassen sich kurz vor Inbetriebnahme nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.
Sinnvoll ist deshalb eine phasenweise Qualitätssicherung:
So wächst der digitale Betriebsbestand parallel zum Gebäude.
Modell und Dokumentation zusammenführen
BIM ersetzt nicht sämtliche Betriebsdokumentation. Bedienungsanleitungen, Prüfbescheinigungen, Wartungsvorgaben, Schemen oder Herstellerinformationen bleiben eigenständige Dokumente.
Die BIM2FM-Strategie legt deshalb fest, wie Modelle, strukturierte Daten und Dokumente miteinander verknüpft werden.
Übergabe ist kein Datenexport
Die eigentliche BIM2FM-Leistung besteht nicht darin, zum Projektende Dateien zu übergeben. Entscheidend ist, dass die Informationen geprüft, strukturiert, eindeutig zugeordnet und in die vorgesehene CAFM- und Systemlandschaft überführbar sind.
Damit verbindet BIM2FM Planung, Bau, Dokumentation und Gebäudebetrieb zu einem durchgängigen Informationsprozess. Ziel ist ein digitaler Gebäudebestand, der vom ersten Betriebstag an nutzbar ist und anschließend kontrolliert fortgeschrieben werden kann.